Rudolf Schröder, Beate Faulborn, Tina Fletemeyer: Unterrichtlich integrierte Maßnahmen zur Beruflichen Orientierung in der gymnasialen Oberstufe: Schülerbefragung zur wahrgenommenen Effektivität

Zeitschrift für ökonomische Bildung Heft Nr. 08, Jahrgang 2019 / DOI: Folgt
Rudolf Schröder, Beate Faulborn, Tina Fletemeyer
*Institut für Ökonomische Bildung, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

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Zusammenfassung

Die Berufliche Orientierung hat in den letzten Jahren eine enorme Ausweitung erfahren. Nachdem zunächst die Schulformen der Sekundarstufe I im Mittelpunkt der Reformen standen, wird derzeit insbesondere die Berufliche Orientierung in den Gymnasien ausgebaut. Die neuen Rahmenvorgaben stellen die Lehrpersonen vor neue Herausforderungen, wobei in diesem Beitrag die Schülerwahrnehmungen der Maßnahmen sowie die Potenziale des Fachunterrichts im Mittelpunkt stehen.
Grundlage des Beitrags ist ein Modellversuch an einem Bremer Gymnasium auf der Basis des BOGn-Konzepts (Berufliche Orientierung an Gymnasien). Die teilnehmenden Lehrpersonen wurden unter an-derem dabei unterstützt, Themen zur Beruflichen Orientierung sowie die Auswertung eines Studienwahltests in den Fachunterricht der gymnasialen Oberstufe zu integrieren. Während des Erhebungs-zeitraumes wurden seitens der Schule keine weiteren Orientierungsmaßnahmen durchgeführt. Die hier vorgestellten Evaluationsergebnisse betreffen insbesondere die Schülerperspektive; erhoben wurden die Beurteilung der Maßnahmen sowie die Förderung des individuellen Orientierungsprozesses. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Lehrpersonen durch konzentrierte unterrichtliche Maßnahmen den Orientierungsprozess der Schülerinnen und Schüler effektiv fördern können.

 

Abstract

Vocational orientation has experienced an enormous expansion in recent years. Whereas in previous years the focus of the reforms was directed at secondary education, it is now the vocational orientation in grammar schools that is being extended.
As the new curricula present new challenges for teachers, this article focuses on the pupils’ perspective and the potentials of subject teaching. The results are based on a model experiment, the BOGn-Project, which is composed of various instruments, which are tested for their effectiveness. Among other things, the teachers were supported in integrating vocational orientation topics and the evaluation of a study eligibility test into the subject-specific lessons of the senior secondary school. During the survey period, no further guidance was provided by the school. The evaluation results presented here relate in partic-ular to the pupils’ perspective in terms of both, their assessment of the measures and the promotion of the orientation process. The evaluation results show that the BOGn-project can support teachers in promoting the professional orientation of students effectively.

Zitieren dieses Beitrages
Schröder, M./ Faulborn, B./ Fletemeyer, T. (2019): Unterrichtlich integrierte Maßnahmen zur Beruflichen Orientierung in der gymnasialen Oberstufe: Schülerbefragung zur wahrgenommenen Effektivität. Evaluation eines Modellversuchs in der gymnasialen Oberstufe. In: Zeitschrift für ökonomische Bildung, Ausgabe 9, 27-59.

 

Linkdaten:
Direktlink zum Artikel: https://www.zfoeb.de/2019_8/2019-8_27_59_schroeder_fletemeyer_faulborn.pdf

Michael Weyland – Experimentelles Lernen im Ökonomieunterricht – wirksam, effizient, unverzichtbar?

Zeitschrift für ökonomische Bildung Heft Nr. 08, Jahrgang 2019 / DOI: Folgt
Michael Weyland
Institut für Bildungsmanagement, Abteilung Wirtschaftswissenschaften, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

 

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Zusammenfassung

Der Einsatz ökonomischer Experimente im Wirtschaftsunterricht allgemeinbildender Schulen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Neben entscheidungs- und spieltheoretischen Experimenten, wie z. B. dem Ultimatumspiel oder dem Kooperationsspiel, stehen dabei vor allem Marktexperimente im Mittelpunkt des Interesses. Auktionsformen, alternative Marktdesigns und institutionenökonomisch fundierte Anreizsysteme können so auf „domänenspezifische“ Art und Weise veranschaulicht werden.

Während sich ökonomische Experimente im Schulalltag zunehmend verbreiten, ist die Frage ihrer tatsächlichen Wirksamkeit und Effizienz für den deutschsprachigen Raum noch weitgehend unerforscht. Zahlreiche Erfahrungsberichte beschränken sich auf eine mehr oder weniger anschauliche Beschreibung der beobachteten Lerneffekte sowie die Darstellung persönlicher Einschätzungen der Lehrenden. Systematisch angelegte Studien zur Wirksamkeit und Effizienz experimentellen Lernens fehlen hingegen weitestgehend: „In general, literature on economic experiments is growing fast, but little is known so far about the effectiveness of the method.” (Ebbers u. a. 2012, 130)

Im Mittelpunkt des Beitrags steht daher die Frage, inwieweit der systematische Einsatz ökonomischer Experimente im Ökonomieunterricht – über Novitätseffekte hinaus – tatsächlich zur ökonomischen Bildung der Schüler beitragen kann. Um die Wirksamkeit und Effizienz des Einsatzes ökonomischer Experimente auf den Lernerfolg der Schüler systematisch zu erfassen, wurde eine sechzehnstündige Unterrichtsreihe für die gymnasiale Oberstufe konzipiert, in insgesamt 21 Lerngruppen iterativ erprobt und optimiert und mithilfe einer experimentellen Feldstudie (vier-Gruppen-Pretest-Posttest-Design) evaluiert. Typische variablenkonfundierende Störfaktoren wurden durch das Untersuchungsdesign ausgeschlossen bzw. systematisch und umfassend bekämpft, sodass die äußeren Rahmenbedingungen der Untersuchungsdurchführung für Experimental- und Kontrollgruppen – mit Ausnahme des Treatments selbst – durchweg vergleichbar waren.

Durch den Einsatz weitgehend standardisierter Erhebungsinstrumente konnte gezeigt werden, dass der systematische Einsatz ökonomischer Experimente im Hinblick auf klassische Lernleistungen (Wissen, Verstehen) zu großen Lernzuwächsen führt, welche die Lernzuwächse des Mainstream-Unterrichts (in den beiden Varianten „lehrerzentriert“ sowie „schülerzentriert“) signifikant übertreffen. Dasselbe gilt für den Bereich der Motivation und des Problemlösens. Experimentelles Lernen scheint sich besonders positiv auszuwirken auf die Fähigkeit, offene, kompetenzorientierte Aufgabenstellungen zu bewältigen. Der Beitrag stellt die Herleitung der Fragestellung, das Forschungsdesign und die wesentlichen Ergebnisse der Studie in den Mittelpunkt.

 

Abstract

Classroom experiments are growing in popularity. Especially market experiments pose the main focus of interest. In this way it is possible to illustrate auction forms, alternative market designs, and incentive systems in a domainspecific manner.
While classroom experiments are increasingly spreading in everyday school life, the question concern-ing their actual effectiveness and efficiency is still widely unexplored. Numerous progression reports are limited to one, more or less, extensive description of the observed learning effects as well as to the illustration of personal assessments of the teachers. However, there is a lack of systematic studies concerning the effectiveness and efficiency of experimental learning. „In general, literature on economic experiments is growing fast, but little is known so far about the effectiveness of the method.” (Ebbers u. a. 2012, 130)
The focus of this contribution is therefore to deal with the question whether the systematic application of classroom experiments in economics education – beyond novelty effects – is actually able to contribute to the economic competences of students. In order to systematically measure the effectiveness and efficiency of classroom experiments on the learning success of students, a sixteen-hour lesson unit was designed especially for the upper secondary school. This unit was iteratively tested in 21 learning groups, optimised and evaluated by means of an experimental field study (four-groups-pretest-posttest-design). Typical variable confounded disruptive factors had been excluded, or systematically controlled by the examination design. In this way, the external conditions of the study investigation for experimental- and control groups – expect for the treatment itself – had been consistently comparable.
By using mainly standardised evaluation instruments it was possible to demonstrate that the systematic use of classroom experiments, with regard to classical learning performances (knowledge, understanding), leads to great learning effects which also significantly exceed learning effects of mainstream schooling. The same effect is noticeable with regard to motivation and problem solving. Experimental learning seems to have a positive effect on the ability to cope with open and competence-orientated tasks. This contribution focuses on the derivation of the formulated question, the research design, and the essential results of the study.

Zitieren dieses Beitrages
Weyland, M. (2019): Experimentelles Lernen im Ökonomieunterricht – wirksam, effizient, unverzichtbar?. In: Zeitschrift für ökonomische Bildung, Ausgabe 9, 1-26.

 

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