Claudia Wiepcke – Inklusion und ökonomische Bildung

Zeitschrift für ökonomische Bildung Heft Nr. 07, Jahrgang 2018 / DOI: Folgt
Claudia Wiepcke
Inklusion und ökonomische Bildung
Entwicklung eines Designs unter Berücksichtigung von Lebens- und Alltagssituationen von Personen mit Teilhabeerschwernissen

Artikel als PDF herunterladen

Zusammenfassung

Obwohl inklusive Bildung seit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung 2006 als gesellschaftliche Aufgabe des Bildungswesens angesehen wird, wird ökonomische Bildung dieser bisher wenig gerecht. Der Beitrag geht der Frage nach, wie Inklusion innerhalb der ökonomischen Bildung verortet werden kann. Zunächst wird das Begriffsverständnis von Inklusion aus der bildungssoziologischen und (sonder-)pädagogischen Debatte hergeleitet. Für die Verortung in der ökonomischen Bildung werden darauf aufbauend drei Dimensionen von Inklusion erörtert. Zum einen wird eine inklusive ökonomische Bildung in bisherige Inklusionsstrategien eingeordnet. Zum Zweiten werden die im Rahmen von Inklusion betroffenen Zielgruppen spezifiziert und unter Einbezug unterschiedlicher Fachwissenschaften eine ökonomische Betrachtungsweise hergeleitet. Da der Begriff der ‚Teilhabe‘ in der Inklusionsdebatte einen hohen Stellenwert einnimmt, werden zum Dritten die gesellschaftlich (ökonomisch) betroffenen Teilbereiche und Lebenssituationen der Zielgruppen im Kontext von Inklusion erörtert. Der Abgleich verdeutlicht, dass die bisher in der ökonomischen Bildung zugrunde gelegten Lebens- und Alltagssituationen nicht ausreichend mit den Lebenssituationen von Personen mit Teilhabeerschwernissen kompatibel sind. Aus diesem Grund werden zur Erweiterung dieses Konzeptes die internationalen Kerndimensionen von Lebensqualität herangezogen und ein erweitertes Konzept der Lebens- und Alltagssituationen formuliert. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick und formuliert Forschungsbedarf für eine inklusive ökonomische Bildung.

Abstract

Although inclusive education is considered to be a social responsibility of the education system, since the ratification of the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities in 2006, economic education does little to do justice to it. The paper addresses the question of how inclusion can be located within economic education. At first, the understanding of inclusion is derived from the educational-soci-ological and (special-)educational debate. Based on this, three dimensions of inclusion for the location in economic education are discussed. Firstly, inclusive economic education is classified into existing inclusion strategies. Secondly, the target groups, affected in the context of inclusion, are specified. Furthermore, an economic perspective is derived considering different scientific disciplines. Since the concept of „participation“ plays an important role in the inclusion debate, thirdly the socially (economically) affected subareas and life situations of the target groups are discussed in the context of inclusion. The comparison emphasises that the life- and everyday situations previously taken as a basis in economic education are not sufficiently compatible with the life situations of persons with difficulties in participation. Therefore, the international core dimensions for the quality of life are considered to broaden this concept and an extended concept of life- and everyday situations is formulated. The article concludes with an outlook and formulates research needs for inclusive economic education.

Zitieren dieses Beitrages
Wiepcke, C. (2018): Inklusion und ökonomische Bildung. Entwicklung eines Designs unter Berücksichtigung von Lebens- und Alltagssituationen von Personen mit Teilhabeerschwernissen. In: Zeitschrift für ökonomische Bildung, Ausgabe 7, 1-25.

 

Linkdaten:
Direktlink zum Artikel: https://www.zfoeb.de/2018_7/2018-7_1_25_Wiepcke.pdf